2 | 2019 April – Juni
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Leseproben

Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht

»Lotte Laserstein - diesen Namen wird man sich merken müssen. Die Künstlerin gehört zu den allerbesten der jüngeren Malergeneration. Ihr glanzvoller Aufstieg wird zu verfolgen bleiben«, schrieb das Berliner Tageblatt 1929. Doch nach ersten Erfolgen in der Weimarer Republik endete Lasersteins Karriere: Die politischen Repressionen im Nationalsozialismus schlossen die Malerin mit jüdischem Hintergrund zunehmend aus dem öffentlichen Kulturbetrieb aus und trieben sie schließlich in die Emigration.

Picasso. Das späte Werk. Aus der Sammlung Jacqueline Picasso

Als Brassaï Picasso im Mai 1960 zum ersten Mal nach fast 15 Jahren wiedersah, machte dessen neues Werk ungeheuren Eindruck auf ihn: »So brutal aber wie in der Villa La Californie bin ich noch nie überfallen worden [...] Kunst und Natur, Schöpfung und Mythos, Ritterturnier und Stierkampf, Märchenwelt, Olymp und Walpurgisnacht stürmen auf mich ein [....] Alles will gesehen werden, sich übertrumpfen, will gleichzeitig zu Wort kommen, zerrt an den Nerven, provoziert und überwältigt [...].«

Bauhaus und die Fotografie. Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst

»Wohin heute mit dem Erlebnishunger nach Neuem?« Diese Frage stellte 1929 der Kunsthistoriker Max Deri in der »BZ am Mittag« und befand: »Er hat sich zum großen Teil in die Photographie geflüchtet.« Wie aber mit deren Hilfe eine neue Welt entdecken, fragte er sich weiter und benannte, was in seinen Augen die moderne Fotografie kennzeichnete: »Vergrößerung, Verkleinerung und dennoch schärfste Deutlichkeit, Zerstückung oder Verzerrung der gewohnten ›Sehgestalten‹ sowie die Verbindung dieser Stück- und Zerrgestalten« zu neuartigen Kombinationen.